Gedanken – Wo ist Volkswagen bei der E-Mobilität schon falsch abgebogen?
Mein französischer Hybrid musste zur Inspektion und vom Autohaus (neben Renault/Dacia noch VW/Skoda und Ford) gabs als Werkstattersatzwagen einen E-Golf. Das Fahrzeug ist BJ 2021, hat gerade mal 13t Kilometer auf dem Tacho und soweit ganz gut in Schuss. Zu den technischen Daten schreibe ich jetzt nichts, das kann man alles im Netz nachlesen. Auch über die geringe Reichweite will ich mich hier nicht mokieren, die war „damals“ halt „Stand der Technik“ und gerade im vergangenen Jahr hat die Batterietechnik einen großen Schritt nach vorn getan.

Was mich schockierte, war die technische Ausstattung des Fahrzeugs!
- Verbindung meines Android-Smartphones, egal ob kabellos oder via Kabel? Fehlanzeige! Selbst die olle Mirror-Link App brachte nichts. Maximal die Freisprecheinrichtung und Radio-Bob App via Bluetooth
- Navigation, onboard oder extern via Google-Maps? Fehlanzeige!
- Digitaler Tacho mit Multianzeige? Fehlanzeige!
- Sprache des Systems einstellbar? Fehlanzeige! Nur US-Englisch und Chinesisch
- Bedientasten am Lenkrad? Fehlanzeige! Die Haptik und Optik des Lenkrades erinnerte mich an meinen ersten Firmenwagen, einen Passat B3 (35i) aus 1991
- Intuitives Fortbewegen nach dem „Anlassen/Starten“? Fehlanzeige! Ich habe fast 10 Minuten benötigt um den Bock ans Rollen zu bringen. Jetzt kann ich die noch älteren Jahrgänge verstehen, die aus Panik und Unkenntnis über Parkplätze oder Böschungen fliegen
- Elektrische Sitzverstellung? Fehlanzeige! Alles noch wie beim Golf 1

Vor dem aktuellen Renault fuhr ich ja einen Opel Combo-Life aus dem Stellantis Konzern, baugleich mit Citroens Berlingo und Peugeots Rifter. Der war BJ 2020, also noch ein Jahr älter und vom Entwicklungsstand und Lastenheft eher 2016-2018. Aber der konnte das alles!
Wenn ich jetzt darüber nachdenke, was der VW-Konzern für diese Möhre damals aufgerufen hat, wundert mich der schleppende Absatz nicht. Auch nicht, dass es dieser Konzern nicht schaffte und wohl auch nie schaffen wird, die E-Fahrzeug affine Kundschaft zu begeistern. Das können andere mittlerweile besser und günstiger. Damit meine ich nicht ausschliesslich die Chinesen.
Jedenfalls bin ich froh, wenn ich heute Abend meinen Hybriden wieder abholen kann. Als kleines Preview kann ich jetzt schon sagen, dass mein nächstes Fahrzeug in 2027 wohl aus dem „Reich der Mitte“ oder Frankreich kommen wird…